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JahresBrief

Advent 2018

Liebe/r Freund*in der Bewegung, liebe/r ............. –

Im stetigen Wechsel von EinAtmen&AusAtmen, Tag&Nacht, Tun&Lassen, der JahresZeiten, der Befindlichkeiten, ... neigt sich das Jahr 2018 mit der beginnenden VorWeihnachtsZeit dem Ende zu.

Hat dieses Jahr Eindrücke&Spuren bei Dir hinterlassen, war es ein gutes oder ein schwieriges Jahr? − diese Fragen kannst Du schlussendlich nur selbst beantworten.

Und auch die Frage nach dem, was bleibt.
Bin ich ZUFRIEDEN, im Frieden, mit dem was mein Leben ausmacht? Habe ich das verändert, womit ich nicht (mehr) zufrieden war, habe ich altes losgelassen? Habe ich neue Impulse&Ideen umgesetzt, wo ich den starken Wunsch danach spürte, habe ich Neuem Raum gegeben? .../p>

Neues zulassen − hier knüpfe ich an: Ich lese gerade u. a. Was wir sind und was wir sein könnten − Ein neuro-biologischer Mutmacher von Gerald Hüther, dem Hirnforscher.

Wenn uns Schwierigkeiten, Probleme, Herausforderungen begegnen, so ist das ihm zufolge für uns eine Riesenchance! Das menschliche Gehirn kann nachweisbar jederzeit neue Verknüpfungen bilden, unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand − diese Erkenntnis finde ich sehr motivierend.
(Im Gegensatz dazu: Wenn wir vorwiegend unsere Routine pflegen und unsere Gewohnheiten hochhalten, hält unser Hirn − und unser Körper! − den Status Quo oder baut ihn sogar ab….)

Voraussetzung für diese Neuverschaltung und Erweiterung im Kopf ist, dass wir uns für etwas (Neues) interessieren, erwärmen, vielleicht sogar begeistern.
Durch die wechselseitige Beeinflussung von Körper&Seele&Geist bleibt es mir überlassen, ob ich von meiner inneren Vorliebe her eher meinen Leib bewege, ertüchtige, dehne und gut versorge oder ob ich mich lieber einer geistigen, seelischen oder emotionalen Herausforderung stelle, oder idealerweise an beiden Enden ansetze − in jedem Fall ermögliche ich es meinem Körper als Ganzes, sich nicht nur zu regenerieren, sondern auch neu zu beleben und neu zu gestalten.

Vielleicht ist dieses Erneuern bei jüngeren Menschen noch deutlicher im Körperlichen sichtbar − altersunabhängig betrifft eine Veränderung immer den ganzen Menschen, da wir nicht wie eine Maschine in Funktionseinheiten zerlegbar sind.

Eine (ToDo)Lektüre, die mich derzeit ebenso immer wieder aufs Neue begeistert und bewegt, sind die MeridianDehnÜbungen von Shizuto Masunaga. Dieser Japaner, der von 1925 bis 1981 lebte und u. a. das ZenShiatsu entwickelt hat, hat für mich mit seinem Übungsbuch ein Gesundheitsbuch schlechthin geschrieben. Seine Übungen knüpfen am Atem und am körperlichen Istzustand an und bieten einen sehr sanften Weg, gestaute Körperenergien wieder in Fluss zu bringen und körperlich-geistiges Gleichgewicht&Harmonie zu fördern. Die Übungen von Masunaga stärken die Selbstwahrnehmung und bringen uns damit auch sehr in die Aufmerksamkeit&Achtsamkeit und in die Gegenwart − ich kann meinen Körper nur JETZT spüren.

Zu einer guten Gesundheit − auf allen Ebenen − gehört nach Shizuto Masunaga sowohl die körperliche Betätigung als auch die Entspannung, beides mit Maß&Ziel und im natürlichen Rhythmus, eine aufrechte&gerade Haltung, die gleichzeitig entspannt und voller Leichtigkeit ist …

Vielleicht hört sich das für Dich jetzt kompliziert oder unerreichbar an − ich werde versuchen, diesen Ansatz (und weitere) immer mehr in mir zu verwirklichen und auch für Dich übend erfahrbar zu machen.

Wenn du denkst, Abenteuer seien gefährlich, versuche es mit Routine. Diese ist tödlich. (Paulo Coelho)

Ich wünsche Dir, dass Du bei mir im Studio Pilates&more! für Dich immer wieder neue&angemessene Herausforderungen findest und auch die Möglichkeit, Dich&Dein Körpergewebe zu entspannen und zu regenerieren.

Ich danke Dir für das gemeinsame Üben, für Deine Treue, für Deine Fragen, für Dein FeedBack, für Deine Anregungen und für Alles, was Du zum Gelingen der Kurse beigetragen hast und ich freue mich über Alles, was Du für Dich an Gewinn, Erweiterung&Verbesserung mitnehmen konntest!

Eine geruhsame&zum-Licht-führende AdventsZeit und erfüllte WeihnachtsFeiertage wünscht Dir&Deinen Lieben von Herzen −

Advent 2017

Liebe Kurs­teil­nehmerinnen&­Kurs­teilnehmer

Etwa im Übergang von Oktober auf November merkte ich, dass sich meine Energie verändert. Letztes Jahr um diese Zeit und über den Winter war ich sehr mit der eingeschränkten Beweglichkeit meiner rechten Schulter beschäftigt – dieses Jahr fühle ich mich körperlich ziemlich ausgeglichen, ohne größere Baustellen, ich spüre die Herausforderung eher innen.
Das Bild, dass ich am liebsten eine Bärin wäre und das einzig Richtige entsprechend der Jahreszeit täte – mich in eine Höhle zurückziehen – trifft es ziemlich genau.

So gehe ich derzeit noch sorgsamer mit mir und meiner Zeit um und versuche, wenn ich das Wichtige und Wesentliche getan habe, mir viel freie Zeit zu nehmen und zu lassen. Noch langsamer werden, noch mehr dem inneren Rhythmus folgen – das fühlt sich gut an.

Und wenn ich aus diesem Mir-Zeit-lassen auf das Jahr zurückblicke, so merke ich, dass es sehr reich war.
Bei den Fortbildungen waren die Faszien sehr im Mittelpunkt und werden es auch im kommenden Jahr bleiben – ich halte Euch zeitnah auf dem Laufenden!

Euch, und vor allen Dingen DIR!, danke ich für das gemeinsame Üben, für die gestellten Fragen, für die Bereitschaft Neues auszuprobieren, für kritische und hinterfragende Beiträge, für Feedback über Deine Erfolge und Verbesserungen, für Humorvolles und ALLES, was Du sonst noch im Ärmel hattest!

Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine ruhige weihnachtliche Festzeit, die Raum lässt für Begegnungen, innen und außen, und die Dir hilft, Deine Ziele und Wünsche neu zu ordnen und zu gewichten – und freue mich auf UNSERE Begegnungen im Neuen Jahr –

Sommerwolken

reisen
in hellen Gewändern
mit Rückenwind
ohne zu fragen
woher und wohin
Sorglos
ziehen sie weiter

Sommerwolken reisen
ohne Gepäck

Anne Steinwart

Advent 2016

Liebe Kurs­teil­nehmerinnen&­Kurs­teilnehmer

ich blicke auf ein bewegtes und ereignisreiches Jahr zurück – an dieser Stelle ein kleiner Rückblick:

Es ist nun ein gutes Jahr, dass ich den Schritt in die Selbständigkeit getan habe und es fühlt sich so an, als hätte ich die Autobahn, die mehrspurige, verlassen und wäre nun auf einem Weg, manchmal auf einem Pfad und teilweise sogar auf einem Grat unterwegs. Schöne Ausblicke, tiefe Einsichten, wechselnde Untergründe und Witterungsverhältnisse, eine Menge zu lernen, lohnende Begegnungen, viele Herausforderungen und immer wieder Überraschungen …

Im Studio Pilates&more! sind Mieterinnen&Mieter hinzugekommen – im März Monja, ab September Astrid, die im neuen Jahr noch mehr Termine anbieten wird und seit Oktober Ricardo.
Zum TRX-SchlingenTraining waren zweimal die Gresger Ringer (mit meinem Sohn) zu Gast, sowie der FC Hausen: die A-Jugend und die Damen II und im Februar kommt noch an zwei Terminen die 1. Herrenmannschaft.

Neben meinen Trainings und Einzeltrainings in Basel war ich auf einer TRX-Fortbildung, dem abenteuerlichen Tape-Kurs, habe einen 8-wöchigen Mindfulness Based Stress Reduction Kurs (MBSR) besucht und einen Wochenend-Stimmkurs bei einer Schülerin von Gisela Rohmert.

Bald, am 17./18. Dezember werde ich noch an einer Fortbildung über Pilates Faszien Training teilnehmen und bin schon gespannt, welche Impulse die beiden Referentinnen, die ich noch nicht kenne, vorbereitet haben.

Ab Montag, den 9. Januar, beginnen die regulären Kurse im Studio Pilates&more! wieder und ich freue mich, wenn alle wieder gesund&munter und gut erholt ein- und ausatmen und u.a. den Bizeps, den Trizeps und den Quadrizeps trainieren!!!

Ich wünsche Dir, Deiner Familie und Deinen Freunden noch eine besinnliche und stimmungsvolle Adventszeit, frohe Festtage und einen guten Übergang ins Neue Jahr 2017, wo Dich Gesundheit und Frohsinn, angenehme Begegnungen und bereichernde Erlebnisse erwarten mögen!

Und – weil es bei mir nicht ohne Geschichte geht – hoffe ich, dass Du die rechten Wünsche parat hast, und diese sich dann auch erfüllen:

Der richtige Wunsch

Ein Fischer fand in seinem Netz eine verschlossene Flasche. Er öffnete den Verschluss und ein grauer Nebel strömte aus dem Flaschenhals, der sich zu einem Geist formte. Dafür, dass du mich befreit hast, hast du drei Wünsche frei, sagte der Geist.

Nenne mir deinen ersten.

Der Fischer, nachdem er sich von seinem Schock erholt hatte, dachte kurz nach und sagte: Bitte schenke mir die Weisheit, die ich brauche, um die richtige Wahl für die anderen beiden Wünsche zu treffen.
Schon erledigt, sagte der Geist. Was sind deine anderen Wünsche?
Der Fischer dachte wieder nach. Ich danke dir, sagte er dann. Aber ich habe keine weiteren Wünsche.

Advent 2015

Liebe Frauen, liebe Männer – liebe Übende!

In großen Schritten nähert sich 2015 seinem Ende – der November war so sonnig und spätherbstlich, wie man ihn wohl kaum träumen konnte. Dennoch habe ich beim Zur-Ruhe-Kommen auch die Tiefe und Schwere gespürt, die dem Toten-Monat eigen ist und die auch ein Element im Jahreslauf ist. Wie jedes Jahr freue ich mich auf die 1. Kerze auf dem Adventskranz ….

Für mich war es ein reiches und erfülltes Jahr und vor 12 Monaten hätte ich mir noch nicht vorstellen können, was sich inzwischen alles bewegt und verändert hat. Nach einer Phase der Neuorientierung im Frühjahr und einer sehr bewusst gewählten längeren Pause im Sommer, ist seit 1. Oktober mein 3. Kind in der Welt, das Pilates&more!
In diesem Rahmen macht mir mein Tun&Wirken noch mehr Spaß; gleichzeitig ist die Aufgabe auch noch in andere Dimensionen gewachsen – und wird es hoffentlich auch weiter tun – darauf freue ich mich!

Ich möchte Dir&Dir&Dir& … ganz herzlich danken, für Deine Fragen, Wünsche&Anregungen und für Deine Offenheit, Dich auf mich und mein Angebot einzulassen. Ich freue mich, mit vielen von Euch im Neuen Jahr weiter zu üben und zu ent-wickeln, neue Aspekte zu entdecken und vielleicht auch Überraschendes zu erleben, immer wieder. Ich wünsche Dir besinnliche Stunden im Advent, ein Weihnachtsfest mit Begegnungen, die Dein Herz bereichern und ein gutes, gesundes & erfolgreiches Jahr 2016, wo Du Dir und Deinem tiefsten Lebensziel wieder ein Stück näher kommst.

Von ganzem Herzen das Allerbeste wünscht Dir -

von nun an alle sterne lieben

der französische pilot und dichter
antoine de saint-exupéry
hat ein märchen geschrieben
DER KLEINE PRINZ
darin schildert exupéry
wie er mit seinem flugzeug
in der sahara notlanden mußte
da tauchte auf einmal
ein kleiner junge bei ihm auf
der fragen stellte
der hilfe brauchte
sie freundeten sich an

eines tages
sagte der kleine junge
der kleine prinz
zum piloten
morgen werde ich dich verlassen
warum
wohin
bleib doch
nein
ich muß dich verlassen
alle zeit ist bemessen
alles hat ein ende
aber wo gehst du hin
ich gehe auf einen anderen stern
aber sag mir
auf welchen stern
nein
das sag ich dir nicht
warum nicht
darum
sagte das kind
denn von nun an
wirst du alle sterne lieben
weil du nicht weißt
auf welchem stern ich bin
von nun an wirst du alle sterne
um meinetwillen lieben
weil du mich
auf jedem stern vermutest

das ist es
man muß einen punkt haben
einen ansatzpunkt haben
in dieser welt
eine perle gefunden haben
etwas
wirklich lieben
dann verwandelt sich
von diesem punkt aus
die ganze welt
und man wird auch nicht
so besitzergreifend
man wird allem gegenüber
gelöster
weil man ja in einem punkt
alles hat

suchen sie diesen einen punkt
diese eine perle
und verkaufen sie alles
was sie haben
um diese eine perle
diesen einen springenden punkt
zu gewinnen
sie haben sich nicht verkauft

wenn sie alles und jedes
haben wollen
sind sie verloren

Wilhelm Willms

PS

Wer noch (Weihnachts-) Geschenke sucht: vielleicht ist ein kleines oder größeres Pilates oder TRX Abo oder ein Einzeltraining im Studio Pilates&more! eine gute Idee?

Advent 2014

Brief an die Sonne

Am letzten Tag des Jahres, als es kühl und dunkel war im Wald, schrieben die Tiere einen Brief an die Sonne. Sie hatten lange darüber nachgedacht, was sie der Sonne schreiben könnten, und suchten die vorsichtigsten Wörter aus, die sie kannten.

Es ist ein Bittbrief, sagte die Ameise, Ein flehentlicher Bittbrief.

Fast alle setzten ihren Namen darunter. Nur der Maulwurf, der Erdwurm, der Nachtfalter und die Fledermaus hatten Bedenken und hÄtten lieber das Gegenteil geschrieben. Zu Hunderten warfen sie den Brief hoch, und der eisige Wind blies ihn zum Himmel, quer durch die niedrig hängenden Wolken.

Zitternd saßen sie beieinander und warteten auf die Antwort und bliesen über ihre Fühler und schlugen die Flügel übereinander. Am späten Nachmittag erschien plötzlich ein kleines Loch in den Wolken. Ein Sonnenstrahl schoss herab, und an dem Sonnenstrahl rutschte ein Brief entlang. Mit großen Augen schauten die Tiere zu.

Der Brief fiel auf den Boden, und die Ameise trat vor und öffnete ihn. Alle Tiere drängten sich um den Brief, einer lehnte sich über die Schultern des andern, sogar über die Schulter des Igels, und lasen:

Liebe Tiere,
es ist gut. Bis bald!
Die Sonne

Sie stießen einen Seufzer der Erleichterung aus, schauten sich an, schüttelten sich gegenseitig die Flügel, die Flossen, die Fühler und Pfoten, wünschten sich das Allerbeste und gingen nach Hause. Die meisten Tiere machten an diesem Abend noch ein paar Tanzschritte auf dem Fußboden vor ihren Betten, sangen leise: Bis bald, bis bald …., krochen unter ihre Zudecken und schliefen ein.

Toon Tellegen

Liebe Pilates Übende, lieber Pilates Übender,

ein für mich herausforderndes, erlebnisreiches und vielfältiges Jahr neigt sich dem Ende zu und ich freue mich auf die beginnende Adventszeit.
Ich will versuchen, meinen Impulsen zur folgen, die da sind: ruhiger und langsamer werden (immer wieder neu), nach Innen lauschen, das Feine und Empfindliche in mir wahrnehmen und ins Leben rufen, die brachliegenden Wünsche und Träume finden und nähren, …

Bei Dir möchte ich mich auf diesem Weg ganz herzlich für die zurückliegende, gemeinsame Üb- und Lernzeit bedanken!
Ich hoffe und wünsche, dass Du aus den Pilates-Stunden für Dich das Passende mitnehmen konntest – körperliche Fitness und ein wachsendes Gespür für das eigene Befinden und die eigenen Bedürfnisse, Loslassen von unnötigen Gedanken, fröhliche und belebende Impulse fürs Gemüt, ….

Ich wünsche Dir eine zum-Licht-führende Advents- und Weihnachtszeit und fröhliche und nährende Begegnungen – bis bald ….

Advent 2013

Liebe Übende,

ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bedanken für das gemeinsame Üben, für Eure Fragen, Impulse, für Euer Mit-Tun und Selber-Tun, für das was Ihr eingebracht habt und für das, was Ihr mitgenommen habt.
Für mich ist es eine große Bereicherung, mit so interessierten und engagierten Menschen zusammen zu arbeiten, und Ihr habt mir (vielleicht ohne es zu wissen) über manches Tief hinweggeholfen…!

Michael Ende schreibt in Momo:

[...] alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren, wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben [...]

In diesem Sinne wünsche ich jeder & jedem von Euch noch eine besinnliche Adventszeit und dass Ihr offen seid, die Impulse Eures Herzens zu empfangen und den Weg zu gehen, der sich daraus für jede Enzelne & jeden Einzelnen von Euch ergibt.

Die folgende Geschichte bekam ich vor Jahren zu Weihnachten zugesendet:

Das Rasthaus

Jemand wandert durch die Straßen seiner Heimat. Alles scheint ihm hier vertraut, und ein Gefühl von Sicherheit begleitet ihn und auch von leichter Trauer. Denn vieles blieb ihm auch verborgen, und immer wieder stieß er an geschlossene Türen. Manchmal hätte er am liebsten alles hinter sich gelassen und wäre fortgegangen, weit weg von hier. Doch irgend etwas hielt ihn fest, als ringe er mit einem Unbekannten und könne sich von ihm nicht trennen, bevor er nicht von ihm gesegnet war. Und so fühlt er sich gefangen zwischen vorwärts und rückwärts und zwischen Gehen und Bleiben.
Er kommt in einen Park, setzt sich auf eine Bank, lehnt sich zurück, atmet tief und schließt die Augen. Er lässt es sein, das lange Kämpfen, verlässt sich auf die innere Kraft, spürt, wie er ruhig wird und nachgibt wie ein Schilf im Wind, im Einklang mit der Vielfalt, dem weiten Raum, der langen Zeit.
Er sieht sich wie ein offenes Haus. Wer hinein will, darf auch kommen, und wer kommt, der bringt etwas, bleibt ein wenig und geht. So ist in diesem Haus ein ständiges Kommen, Bringen, Bleiben und Gehen. Wer als Neuer kommt und Neues bringt, wird alt, indem er bleibt, und es kommt die Zeit, da wird er gehen. Es kommen in sein offenes Haus auch viele Unbekannte, die lange vergessen oder ausgeschlossen waren, und auch sie bringen etwas, bleiben ein wenig und gehen. Und auch die schlimmen Gesellen, denen er am liebsten die Tür weisen würde, kommen, und auch sie bringen etwas, fügen sich ein, bleiben ein wenig und gehen. Wer es auch sei, der kommt, er trifft auf andere, die vor ihm kamen und die nach ihm kommen. Und da es viele sind, muss jeder teilen. Wer seinen Platz hat, hat auch seine Grenze. Wer etwas will, muss sich auch fügen. Wer gekommen ist, der darf sich auch entfalten, solange er noch bleibt. Er kam, weil andere gingen, und er wird gehen, wenn andere kommen. So bleibt in diesem Haus genügend Zeit und Platz für alle.
Wie er so dasitzt, fühlt er sich wohl in seinem Haus und weiß sich mit allen, die kamen und kommen und brachten und bringen und blieben und bleiben und gingen und gehen, vertraut. Ihm ist, als sei, was vorher unvollendet war, nun ganz, er spürt, wie ein Kampf zu Ende geht und Abschied möglich wird. Ein wenig wartet er noch auf die rechte Zeit. Dann öffnet er die Augen, blickt sich noch einmal um, steht auf und geht.

Aus Zweierlei Glück von Bert Hellinger